Sexuelle Gewalt findet vor allem in der Familie und im Bekanntenkreis statt, aber auch im außerfamiliären Umfeld. Betroffen von sexueller Gewalt sind Kinder aller sozialer Schichten und aller Altersgruppen, auch Kleinkinder und Säuglinge.
„Kinder, die wissen, wie sie sich in unsicheren Situationen verhalten können, gehen gestärkt durchs Leben.“
Aus diesem Grund laden wir seit einigen Jahren für unsere Viertklässler die Theaterpädagogische Werktstatt mit ihrem Präventionsstück gegen sexuelle Gewalt in unsere Schule ein.
An drei aufeinanderfolgenden Montagen im März kamen zwei Theaterpädagogen für jeweils eine Stunde in unsere drei vierten Klasssen. In fünf Minuten verwandelten sie den Musikraum in ein kleines Theater. Sie spielten in kurzen Szenen Situationen aus dem Alltag, in denen körperliche Grenzen von Kindern überschritten werden.
Die Kinder lernten praktische Strategien, wie man sich in diesen Situationen verhält.
„Ich habe eine Menge von Susan und Alan gelernt und zwar die drei Fragen, die ich mir stellen muss:
Habe ich ein Ja- oder ein Nein-Gefühl?
Weiß jemand, wo ich bin?
Bekomme ich Hilfe, wenn ich Hilfe brauche?“ (Julia)
„Ich kann mich an die ganzen Szenen gut erinnern.“ (Luis)
„Wir haben gelernt, auch Erwachsenen gegenüber deutlich NEIN zu sagen.“ (Janik)
Die Kinder nahmen am Ende nicht nur Gefühle und Geschichten mit nach Hause, sondern auch eine Telefonnummer, unter der sie Menschen erreichen, die ihnen weiterhelfen können.